Neue Beziehungsstufe mit Igor erreicht.
Nach unserem letzten Meeting, - als ich schon am
Zusammenpacken und Gehen bin, - schaut er mich plötzlich nochmal an, seufzt und
sagt: „Inferno, warte! Setz dich bitte nochmal kurz.“
Ich setze mich. Mir schwant bereits Übles als er
weiterspricht: „…ich habe etwas nachgedacht. Weißt du, die Beate, die geht in
Kürze in Mutterschutz und kriegt ein Baby, - weißt du das eigentlich?? Und die
Clarissa, die hat auch gerade erst ihr Baby bekommen…“
Ich werde unruhig und rutsche nervös auf dem Stuhl hin und
her. Ich weiß, in welche Richtung dieses Gespräch gerade geht und ich möchte es
eigentlich nicht führen. Aber Igor macht munter weiter: „…und weißt du, ich
finde das richtig gut! Kinder sind wichtig für das Land und ich freue mich für die Beiden. Und ich weiß, dass du bestimmt auch ein Kind haben möchtest…“
Jetzt schrillen meine Alarmglocken so laut wie Luftangriffssirenen.
Ich bin so gar nicht auf solch ein Gespräch vorbereitet und drohe die
Contenance zu verlieren. Zum Glück, mache ich aber instinktiv genau das
richtige, - nämlich absolut gar nichts. Ich zucke nicht einmal mit der Wimper
als er zum finalen Schachzug ausholt: „…aber weißt du, ich finde du solltest
wirklich noch etwas warten! Mach das nicht jetzt!! Du hast nun eine wichtige Position. Vielleicht(!) in so 2-3 Jahren. Aber
jetzt, - jetzt wäre es wirklich schlecht. O-K-A-Y?“
Ich falle. Innerlich falle ich tief und immer tiefer ins
Unendliche. Meine Emotionen fahren Achterbahn und ich muss meine gesamte
Willenskraft aufbringen um nicht unbedacht zu explodieren. „Ich wusste nicht,
dass ich dich dafür um Erlaubnis fragen muss.“ zischt es mir durch die
Gedanken. Aber es bleibt in den Gedanken. Ich beherrsche mich. Ich spüre lediglich, wie die Wut in mir
hochsteigt und eventuell werde ich sogar rot – das einzige Manko, das ich nicht
im Griff habe.
Dennoch, - ich lächele. Ich lächele die Dreistigkeit einfach weg,
bis sie verpufft und mir nicht mehr weh tun kann.
Dann gehe ich heim.
Also ich finde es überaus fürsorglich, dass nicht nur die Urlaubs- sondern auch gleich noch die Familienplanung im Büro stattfindet. So weiss gleich jeder im Team, wann er "dran" ist. In letzter Konsequenz sollte dann aber auch gleich noch eine Übereinkunft darüber erzielt werden, wer der Vater sein wird ...
AntwortenLöschenOh ja, "der fürsorgliche Igor" - das würde ihm gewiss gefallen! ;)
LöschenDer große Witz ist ja, dass es in seinen Augen zu jedem beliebigen Zeitpunkt "schlecht" sein wird und somit hätten wir uns die ganze Situation auch einfach sparen können.
Ich hatte eigentlich erwartet, dass er sich als Vater anbietet.
AntwortenLöschenAch Herr Dr.Schwein...wenn Sie jetzt wüssten, was ich weiß, dann würden Sie an dieser Stelle kopfschüttelnd mit mir darüber Lachen! ;)
Löschensieh zu dass du einen vernünftigen arbeitsvertrag unterschreibst. das ist das wichtigste. alles andere ist eigentlich egal. und ein igor kann dir weder vorschreiben noch verbieten, ob und wann du familienplanung in erwägung ziehst.
AntwortenLöschenlächle und denke, du kannst sie nicht alle töten, aber versuche es nicht so nah an dich ran zu lassen. lohnt sich nicht.
Als Tarifbeschäftigte hab ich leider keinen Verhandlungsspielraum was den Vertrag angeht. Aber auf Vorschriften und Verbote reagiere ich schon seit jeher trotzig.^^
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